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Die Schadstoffe - ein Überblick


Asbest

Bei Asbest handelt es sich sowohl um den bekanntesten, aber auch meist gefürchteten Gebäudeschadstoff, welcher bis 1990 in zahlreichen Anwendungen eingesetzt wurde. Bekannt sind Anwendungen bei Faserzementelementen (auch als 'Eternit' bezeichnet), Spritzasbestbeschichtungen oder Brandschutzelemente.

Oft ist aber selbst bei Architekten, Bauleitungen und Handwerksbetrieben nicht hinreichend bekannt, dass Asbest auch in Klebemörtel von Keramikplatten-Belägen, Wand-/Deckenverputzen, Kunststoffböden aus PVC/Vinyl, Fensterfugen, Leitungsisolationen und zahlreichen weiteren Anwendungen im grossen Stil als Zusatzstoff eingesetzt wurde.

Eingeatmete Asbestfasern wirken karzinogen und führen zu wesentlich erhöhtem Risiko für Lungenkrebs; zwischen Exposition und Ausbruch der Krankheit können Jahre bis sogar Jahrzehnte liegen.


PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

Bei den PAK handelt es sich um eine Stoffgruppe von chemischen Verbindungen, welche vor allem in Teerprodukten, Kohle und Russ vorkommen.

In Gebäuden muss vor allem bei bituminösen Klebern von Parkett und Bodenbelägen, Hohlraum-Schüttungen und Korkdämmungen (z. B. hinter Radiatoren) mit PAK gerechnet werden.

Die einfachste und bekannteste Verbindung davon ist das Naphthalin mit dem charakteristischen Geruch nach Mottenkugeln. Bereits in sehr tiefen Konzentrationen wirkt Naphthalin stark geruchsbelästigend, in erhöhten Konzentrationen auch gesundheitsschädlich. Andere Verbindungen der PAK-Gruppe wie z. B. Benzo(a)pyren sind eindeutig als karzinogen eingestuft. Generell können PAK über die Atmung und über die Haut aufgenommen werden.


PCB und CP (Polychlorierte Biphenyle und Chlorparaffine)

Als Weichmacher weisen die PCB und CP hervorragende Eigenschaften auf, für Mensch und Umwelt sind sie aber hochtoxisch und in der Nahrungskette kaum abbaubar. PCB und CP wurden ausschliesslich synthetisch hergestellt und fanden vor allem als Weichmacher in elastischen Fugendichtungen und Anstrichen weite Verbreitung in der Bausubstanz; sie können über die Haut, PCB auch über die Atmung vom Organismus aufgenommen werden.


Schwermetalle

In Gebäuden finden sich Schwermetalle oft als Farb-Zusatzstoffe in Anstrichen (hauptsächlich Blei und Quecksilber) oder in elementarer Form als Bleistege in älteren Fenstern oder Bleirohren für Elektroleitungen.


Holzschutzmittel

Besonders problematische Holzschutzmittel wie PCP (Pentachlorphenol) oder Lindan wurden im Wohnbereich zwar weniger eingesetzt, können aber bei Umnutzungen wie z. B. ausgebauten Dachgeschossen oder Einbau von Altholz im Wohnbereich zu ernsthaften Gesundheitsbeeinträchtigungen führen. Auch Holz-Fertighäuser mit Bauzeit bis in die 80er-Jahre weisen im Innern teilweise erhöhte problematische Holzschutzmittel-Konzentrationen auf, oftmals führen diese zu einem auffälligen muffigen Geruch ähnlich einem Schimmelgeruch, welcher sich hartnäckig in Kleidern und Möbeln festsetzt.


Ionisierende Strahlung / Radioaktivität  (Alpha-, Beta-, Gamma-Strahlung)

Die in den 70er-Jahren verbreiteten roten oder orangen Wandfliesen wurden teilweise mit uranoxyd-haltiger Glasur hergestellt, diese können radioaktive Strahlung abgeben. Auch kommen in seltenen Fällen in Privat-Haushalten alte radioaktive Produkte wie z.B. Radium-Trinkkuren vor.


Weitere nutzungsbedingte Gebäudeschadstoffe

Vor allem bei gewerblich genutzten Räumlichkeiten können nutzungsbedingt gesundheitsgefährdende Substanzen wie Kohlenwasserstoffe, halogenierte Verbindungen, radioaktive Substanzen etc. auftreten.